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Tarifrunde Stahl 2009Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und BremenStahl-Tarifvertrag unter Dach und Fach
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Die IG Metall fordert für die 85 000 Beschäftigten der westdeutschen Stahlindustrie:
Tarifkommission Stahl fordert 8 Prozent
Die Tarifkommission für die ca. 85.000 Beschäftigten in
der Eisen- und Stahlindustrie im Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen,
Niedersachsen und Bremen hat heute in Sprockhövel die Forderung
zur Steigerung der Einkommen um 8 Prozent beschlossen.
Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 € erhöht
werden. Der neue Tarifvertrag soll ab dem 1. Februar 2008 für
eine Laufzeit von 12 Monaten gelten.
Detlef Wetzel: „Gesamtwirtschaftlich ist unsere Forderung
bestens begründet. Finanzierbar ist sie in der Stahlindustrie
zweifelsfrei. Höchste Auslastung der Betriebe, hohe Produktivitätssteigerungen
und gute Perspektiven für 2008, auf diesen Grundlagen werden
wir sehr anspruchsvoll in die Verhandlungen gehen.“
Für ältere Beschäftigte will die IG Metall mit den
Stahlarbeitgebern zudem über eine Verkürzung der Arbeitszeiten
verhandeln, angesichts hoch belastender Arbeitsbedingungen und kontinuierlicher
Schichteinsätze. Der in der letzten Tarifrunde abgeschlossene
Tarifvertrag Demografie soll damit ergänzt werden.
Detlef Wetzel: „Ältere Beschäftigte brauchen Entlastung,
um gesund das Rentenalter zu erreichen. Mit Arbeitszeitverkürzungen,
wie zusätzlichen Freischichten wollen wir dazu einen wichtigen
Beitrag leisten. Mit jeder Freischicht für Ältere gibt
es zusätzliche Gründe, mehr Jüngere einzustellen.“
Der gültige Tarifvertrag für die Löhne, Gehälter
und Ausbildungsvergütungen endet am 31. Januar 2008. Im geschäftsführenden
Vorstand der IG Metall wird die Forderung am 10. Dezember 2007 beschlossen.
Die erste Verhandlung wird Mitte Januar 2008 stattfinden.
7. DEZEMBER 2007: Die Tarifkommission kündigt den Tarifvertrag
und empfiehlt dem IG Metall-Vorstand ihre Forderungen für die
Tarifrunde 2008.
Die IG Metall fordert für die 85 000 Beschäftigten der westdeutschen Stahlindustrie:
1. Sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt.
Ab 1. September 2006. Für zwölf Monate.
2. Den Abschluss eines Tarifvertrags mit
dem Titel "Perspektive für Beschäftigung und alternsgerechtes
Arbeiten".
Dieser Vertrag hat drei Ziele:
- er soll die Arbeitsplätze jüngerer und älterer
Beschäftigter sichern
- die Beschäftigungsfähigkeit Älterer sicherstellen
- und weiterhin das vorzeitige Ausscheiden aus dem Arbeitsleben
ermöglichen
3. Volle Lernmittelfreiheit für alle
Auszubildenden.
Die Kosten dafür soll der Arbeitgeber übernehmen.
Für die Tarifforderungen der IG Metall sprechen viele gute Gründe:
Die Stahlproduktion hat massiv zugenommen. Sie hat zwischen 1999 und 2005 um mehr als 40 Prozent zugelegt. Zwar ging die Produktion 2005 leicht zurück, weil die Lager voll waren, 2006 zieht sie aber wieder an - und soll auf 45,7 Millionen Tonnen Rohstahl steigen (zum Vergleich: in den Boom-Jahren 2000 und 2004 wurden jeweils 46,4 Millionen Tonnen erzeugt).
Die Umsätze der Stahlkonzerne steigen ständig.
Sie haben unter dem kurzen Zwischentief 2005 nicht gelitten, erhöhten
sich sogar um knapp zwölf Prozent auf über 30 Milliarden
Euro. Und die wichtigsten Kunden - Automobilindustrie und Maschinenbau
- ordern kräftig.
Die Lohnquote ist weiter rückläufig. Der Anteil der Löhne und Gehälter am Umsatz der Stahlindustrie wird immer kleiner. Er betrug 2005 nur noch rund zehn Prozent. In der gesamten Industrie beträgt er 15 Prozent.
Die Produktivität steigt, die Lohnstückkosten sinken. Zwischen 1995 und 2005 hat die Produktion in der Stahlindustrie um zehn Prozent zugelegt, die Lohnstückkosten sind im Gegenzug kräftig gefallen - um sieben Prozent. Weil die Produktivität um 37 Prozent angezogen hat.
Der Stahlboom ist keine Eintagsfliege. Die Auftragsbücher sind seit geraumer Zeit voll. Die Automobilindustrie, die 33 Prozent des deutschen Walzstahls verarbeitet, sagt für 2006 ein Wachstum von 4,5 bis fünf Prozent voraus. Auch der Maschinenbau, mit 14 Prozent zweitgrößter Stahlabnehmer, legt zu. Er rechnet für 2007 mit einem Wachstum von fünf Prozent.
Die Belegschaften werden immer älter. Fast
jeder dritte Beschäftigte in der Stahlindustrie ist älter
als 50 Jahre. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen extrem hart,
68 Prozent der Arbeiter schuften auch nachts (in der gesamten Wirtschaft
18 Prozent). Trotzdem sollen sie gesund das Rentenalter erreichen
können. Deshalb muss beispielsweise der gleitende Ausstieg
aus dem Berufsleben tarifvertraglich geregelt werden, denn das bestehende
Altersteilzeitgesetz läuft Ende 2008 aus. Das würde auch
Platz für Neueinstellungen und damit Arbeitsplätze für
Junge schaffen.
Bericht aus der 1. Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeberverband
Bericht aus der 4. Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeberverband
Bericht aus der 5. Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeberverband
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